Menschenrechtsarbeit als Vorbild für Südkorea

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Menschenrechtsarbeit in Nürnberg

Nürnberger Menschenrechtsarbeit als Vorbild für Südkorea: Beim 9. World Human Rights Cities Forum in der südkoreanischen Millionenstadt Gwangju war die Stadt Nürnberg als einzige deutsche Kommune vertreten. 2 000 Teilnehmende aus 83 Städten trafen sich vom 30. September bis 2. Oktober 2019 mit Repräsentantinnen und Repräsentanten der Vereinten Nationen sowie des Zusammenschlusses „United Cities and Local Governments (UCLG)“. Sie diskutierten über die Verantwortung von Städten für die Menschenrechte und die Möglichkeiten, die Menschenrechtsidee zur Leitlinie kommunalen Handelns zu machen.

Zu den Themen „Frauenfreundliche Stadt“ sowie „Menschenrechtspolitik und Zivilgesellschaft“ referierte die Leiterin des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg, Martina Mittenhuber. In Gwangju konzentrierten sich zu Beginn der 1980er Jahre die Proteste gegen die herrschende Militärdiktatur und das damals über das ganze Land verhängte Kriegsrecht. Gleichzeitig forderten die Demonstrierenden die Freilassung Kim Daejungs, dem späteren Präsidenten der Republik Südkorea. Dem von Studierenden entfachten Aufstand schlossen sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger an, bis er schließlich in den letzten Maitagen vom Militär brutal niedergeschlagen wurde und hunderte von Menschenleben kostete. Seither gilt der Gwangju-Aufstand in der koreanischen Geschichte als ein Symbol für die Unterdrückung während der 1980er Jahre und die Stadt als „Schrein der Demokratie“ im gesamten Land.

„Nürnberg gehört zu den Vorbildern Gwangjus auf dessen Weg zur Menschenrechtsstadt, denn auch dort gehörte eine traumatische historische Erfahrung zu den Auslösern, die Menschenrechte ins Zentrum der Kommunalpolitik zu stellen“, betont Mittenhuber. Bei der großen Jubiläumskonferenz zum 40. Jahrestag des Aufstands im Mai 2020 sollen die Erfahrungen Nürnbergs auf dem Gebiet der Erinnerungskultur und der Menschenrechtsbildung eines der Schwerpunktthemen bilden

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