Europaplatz in St. Jobst soll umgestaltet werden

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Farbige Stauden wie Katzenminze, Scharfgarbe und Sonnenhut bilden das neue Gesicht des Europaplatzes. - Bild: Christine Orel

NÜRNBERG. Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) wird den Europaplatz im Stadtteil St. Jobst grundlegend sanieren. Im Zeitraum von Montag, 25. Mai, bis voraussichtlich Freitag, 3. Juli, sollen die großen Pflanzflächen des Europaplatzes zunächst freigemacht, dann mit frischem Oberboden vorbereitet und anschließend neu bepflanzt werden.

Der verkehrsberuhigte Platz mit einer ringförmigen Wohnbebauung besteht aus einer baumgesäumten Promenade, in deren Mitte sich ein knapp 1.000 Quadratmeter großes Pflanzbeet befindet. Sein Name verweist auf die Europa-Idee, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden war. Für die Randbepflanzung des Platzes bestehen seit mehreren Jahren Pflanzbeet-Patenschaften.

Die im Jahr 2011 entstandene Beetgestaltung hatte ein Farbkonzept umgesetzt, das sich an den jeweiligen Flaggenfarben der europäischen Länder orientierte hatte. Da zwischenzeitlich weitere Länder der EU beigetreten sind, mit Großbritannien ein Land die EU verlassen hat und die Anlage generell in die Jahre gekommen ist, hat Sör ein neues Konzept für die Pflanzbeet-Gestaltung entwickeln lassen, das ab Montag, 25. Mai, behutsam umgesetzt werden soll, so die Nürnberger Stadtverwaltung.

Da Europa im Lauf der Zeit immer bunter geworden ist, werden die Leitfarben Lila und Rosa zu den Flaggenfarben hinzutreten. Damit von März bis November durchgängig blühende Stauden entdeckt werden können, wird es einen Farbablauf geben, der sich auch an den Standortbedingungen sonnig, halbschattig und schattig orientiert. Ein übergeordnetes Farbkonzept, das über die Flaggenfarben hinausgeht, verbindet die Flächen: Einzelne Gräser und Kleinsträucher wiederholen sich, ebenso manche Pflanzengruppen. Um die Zusammengehörigkeit der Länder Europas auszudrücken und gleichzeitig den Pflanzungsrhythmus zu optimieren, sollen je nach Ländergröße einem Land eine oder mehrere Pflanzen zugeordnet werden. Dabei wird jede Pflanzenart in unterschiedlichen Sorten mehrfach erscheinen. In einem zweiten Schritt wird die Pflanzenauswahl dem Farbkonzept untergeordnet und orientiert sich zusätzlich an gestalterischen Merkmalen wie Wuchsform, Blütenform und Blütezeit.

Bei sonnigen Standorten werden rosa und lila getönte Pflanzen gepflanzt, die variationsreich kombiniert werden können. Die strahlenden Farben Orange und Gelb und zusätzlich Blau ergänzen ideal die Gestaltung der sonnigen Standorte. Zur Pflanzung gelangen Bartblume (Caryopteris x clandonensis) für Polen, Salbei (Salvia nemorosa ‚Caradonna‘) für Frankreich, Reitgras (Calamagrostis x acutiflora) für Spanien sowie der Sonnenhut (Rudbeckia fulgida ‚Goldsturm‘) für Deutschland. Auch für den Schatten gibt es Stauden in Rosa und Lila in verschiedenen Wuchshöhen und -formen. Eingesetzt wird beispielsweise die Herbst-Anemone (Anemone japonica‚Königin Charlotte‘) für Russland, die Funkie (Hosta) in verschiedenen Sorten für die Länder Irland, Estland, Lettland und Litauen. Der lila blühende Storchenschnabel (Geranuim) in verschiedenen Sorten wird jeweils mit einer Sorte die Länder Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und Island repräsentieren.

Länglich schwingende Pflanzengruppen ziehen sich über den Europaplatz. Einige Arten werden dabei durchgängig erscheinen, wie zum Beispiel der gelbe Wiesensalbei. Den größeren Ländern werden sich öfter wiederholenden Pflanzen zugeordnet. Bei kleineren Ländern werden die Leitpflanzen nur gelegentlich oder in kleinen Grüppchen erscheinen. Hübsche Detailgruppen innerhalb der großen Anordnung zeigen sich quasi wie gepflanzte Blumensträuße. Nicht zu hoch werdende Gräser und kleine Sträucher sorgen für Rhythmisierung innerhalb der Beete und bilden einen durchgängigen Winteraspekt.

So wie jedem Beet mindestens eine oder auch mehrere Stauden zugeordnet werden, so verhält es sich auch bei den Blumenzwiebeln. Nachhaltig funktionierende Zwiebeln wie Krokus, Lauch, einige Tulpenarten, die mehrjährig blühen sowie Narzissen und Hyazinthen sorgen schon vor dem Erblühen der Stauden im ersten Frühjahrsabschnitt für Farbe im Beet. Etliche Sorten blühen zeitgleich mit Stauden und ergänzen diese farbenreich. Als Abrundung wird es Bienennährgehölze auf Anregung von Bürgermeister Christian Vogel geben. Er betont: „Der Europaplatz bietet mit seinen großen Pflanzflächen eine große Chance für eine biodiverse Ausrichtung der Pflanzenauswahl, die zugleich die ursprüngliche EuropaIdee abbildet: in Farben- und Ideen-Vielfalt gemeinsam die Zukunft gestalten.“

Sör bittet um Verständnis für etwaige Unannehmlichkeiten wie weitere Wege aufgrund von punktuellen Sperrungen der einzelnen Areale während der Bau- und Pflanzzeit. Die Gesamtkosten sollen sich auf 143.000 Euro belaufen.

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