Weil hält Wechselmodell an Schulen für „enorme Belastung“ für Kinder und Eltern

Stephan Weil - Bild: SPD Landtagsfraktion Niedersachsen
Stephan Weil - Bild: SPD Landtagsfraktion Niedersachsen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) steht einem sogenannten Wechselmodell für Schulen, bei dem Klassen geteilt werden, skeptisch gegenüber. Solange es zu vertreten sei, „möchten wir verhindern, dass Kinder und Jugendliche die Hälfte der Zeit zu Hause verbringen müssen“, sagte Weil am Montagabend in Hannover nach einer Beratung der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den Corona-Maßnahmen. Er appellierte an alle Bürger, ihre Kontakte weiter einzuschränken.

In Niedersachsen seien 80 Prozent der Schulen „dank des sehr umsichtigen Verhaltens aller Beteiligten bislang im Normalbetrieb“, sagte Weil. Eine wechselseitige Beschulung sei eine „enorme Belastung“ für Kinder, Jugendliche und Eltern. In einer ersten Beschlussvorlage des Bundes waren am Vormittag das Wechselmodell und eine Maskenpflicht für alle Jahrgänge vorgesehen. Aus den Reihen der Ministerpräsidenten wurde daran teils scharfe Kritik geäußert.

Noch sei unklar, ob der Trend des Abflachens der Infektionszahlen anhalte, so Weil. Das Ziel müsse weiterhin sein, die Zahl der „derzeit noch auf einem sehr hohen Niveau liegenden Neuinfektionen“ deutlich zu senken. Wenn möglichst viele Menschen private Treffen konsequent auf nur einen festen weiteren Haushalt beschränkten, bestehe eine gute Chance, das Infektionsgeschehen besser in den Griff zu bekommen.

Zentrales Ergebnis der Beratungen von Bund und Ländern war ein eindringlicher Appell an die Bevölkerung, die Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Für die kommende Woche wird ein längerfristiges Konzept angestrebt.

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