Der 95. Geburtstag von Queen Elizabeth II. in Trauer

Die Queen mag keinen Knoblauch. - ALPR/AdMedia/ImageCollect

Zum 95. Geburtstag von Elizabeth II. am Mittwoch war ohnehin keine große Feier geplant und auch die traditionelle Truppenparade zum „Queen’s Birthday“ im Juni wurde wegen der Corona-Pandemie das zweite Jahr in Folge abgesagt. Nun liegt aber ein noch viel dunklerer Schatten auf dem Ehrentag der britischen Königin: Nach dem Tod von Prinz Philip vor anderthalb Wochen muss sie den Tag nach 73 Ehejahren als Witwe begehen.

Einsam und tief in sich versunken saß Elizabeth II. bei der Trauerfeier für ihren Ehemann am Samstag in der Kirchenbank. „Unsere Königin, erstmals in 73 Jahren wirklich allein“, schrieb die Zeitung „The Star“.

Ohne ihren Mann empfinde die Queen „eine große Leere“, schilderte ihr Sohn Prinz Andrew ihre Gefühlslage kurz nach Philips Tod. Dass sich das britische Volk nun um seine Königin sorgt, brachte auch der „Sunday Express“ zum Ausdruck: „Sie sind nicht allein, Ma’am“, titelte die Boulevardzeitung.

Selbst über eine Abdankung der Queen wird nun wieder spekuliert. Die meisten Briten kennen niemand anderen an der Spitze des Königreichs als Elizabeth II. Nicht zuletzt wegen ihrer jahrzehntelangen Ehe mit Philip steht die pflichtbewusste Queen für Beständigkeit. Unerschütterlich erschien sie in den vergangenen Jahrzehnten in farbenfroher Kleidung mit passendem Hut und Handtasche bei Einweihungen, Ordensverleihungen und Thronreden.

Erst als die Queen zum Jahreswechsel 2016/2017 entgegen ihrer Gewohnheit wegen einer starken Erkältung weder am Weihnachts- noch am Neujahrsgottesdienst teilnahm, bekamen die Briten eine Ahnung davon, dass auch die Energie der Monarchin nicht unendlich ist. Danach kam die Queen aber wieder unermüdlich ihren Pflichten nach und versuchte, ihren Landsleuten in der Corona-Krise Halt zu geben.

Wegen der Pandemie zog sich Elizabeth II. mit Prinz Philip im vergangenen Jahr auf Schloss Windsor zurück. Zuvor hatte sie bereits immer mehr Aufgaben an die nachfolgenden Generationen übertragen.

Die Rolle als Königin war der 1926 geborenen Elizabeth Alexandra Mary Windsor, genannt „Lilibet“, nicht in die Wiege gelegt. Sie war die dritte in der Thronfolge nach ihrem Onkel und ihrem Vater. Ihr Onkel Edward VIII. dankte 1936 ab, um die zweifach geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson heiraten zu können. Sein Nachfolger wurde Elizabeths Vater Albert als George VI.

Elizabeth wurde von Hauslehrern erzogen. Im Zweiten Weltkrieg meldete sie sich als Freiwillige für den Dienst als Fahrerin und Mechanikerin an der Heimatfront. 1947 heiratete sie ihren entfernten Cousin Philip Mountbatten.

1952 machte der plötzliche Tod ihres Vaters die 25 Jahre alte Prinzessin über Nacht zu Queen Elizabeth II. Als Königin erlebte sie den Zerfall des britischen Weltreichs und den Kalten Krieg – und empfing bisher 14 Premierminister zum Antrittsbesuch.

Bei all ihren Terminen trat Elizabeth II. stets höflich-distanziert auf. Eine Königin zeige keine Gefühle, ist ihr Leitspruch. Dies scheint selbst im Privaten zu gelten, auch gegenüber ihren vier Kindern Charles, Anne, Andrew und Edward. Thronfolger Charles beschwerte sich einmal bitterlich, er habe von seiner Mutter nie wirkliche Zuneigung erfahren.

Auch wegen Charles erlebte die Queen 1992 ihr „annus horribilis“, ihr „schreckliches Jahr“, wie sie es selbst nannte: Die Ehen von Charles, Anne und Andrew zerbrachen, Windsor Castle wurde bei einem Brand schwer beschädigt. 1997 wurde die Queen heftig kritisiert, sie zeige nach dem tragischen Unfalltod ihrer Ex-Schwiegertochter Diana nicht genug Herz.

In jüngster Zeit stürzten die „Flucht“ von Queen-Enkel Harry und dessen Frau Meghan aus dem britischen Königshaus sowie die Verwicklung von Prinz Andrew in den Missbrauchsskandal um den US-Millionär Jeffrey Epstein die Royals erneut in eine Krise.

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