USA halten Wiederbelebung des Atomabkommens binnen weniger Wochen für machbar

Symbolbild: Flagge von USA
Symbolbild: Flagge von USA

Die USA halten eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran in den kommenden Wochen für realistisch. Die bisherigen Gesprächsrunden in Wien seien „produktiv“ gewesen, sagte ein ranghoher Mitarbeiter des US-Außenministeriums am Donnerstag in Washington.

Die Verhandlungen in der österreichischen Hauptstadt zwischen den verbliebenen Unterzeichnerstaaten werden am Freitag fortgesetzt. Die 2015 geschlossene Vereinbarung soll verhindern, dass der Iran die Fähigkeit zum Bau einer Atombombe erlangt. Die USA waren 2018 unter Präsident Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen.

Es liefen „indirekte Gespräche“ über die sofortige Freilassung von im Iran inhaftierten US-Bürgern, sagte der Vertreter des US-Außenministeriums weiter. Ob eine Einigung zu den Bedingungen für eine Rückkehr der USA in das Abkommen gehört, blieb unklar.

Die neue US-Regierung von Joe Biden hat sich grundsätzlich zu neuen Verhandlungen mit dem Iran bereit erklärt, dringt allerdings darauf, dass das Land zunächst zu seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen zurückkehren müsse. Der Iran wiederum macht die Aufhebung von US-Strafmaßnahmen zur Vorbedingung. Eine US-Delegation nimmt nur indirekt an den Verhandlungen in Wien teil.

Russland dringt darauf, möglichst bald eine Einigung zu erzielen, um zu verhindern, dass der bevorstehende Wahlkampf für die iranische Präsidentschaftswahl am 18. Juni die Gespräche überschattet. Der Vertreter des State Department schloss dies am Donnerstag nicht aus. Ob es gelinge, hänge davon ab, ob die Wiederbelebung des Abkommens in seiner ursprünglichen Form von Teheran politisch tatsächlich gewollt sei oder ob der Iran weiter „unrealistische Forderungen“ stelle.

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