Clique soll Freund ungerührt ertrinken lassen haben – Prozess in Weiden

Die Justitia - ein Symbol der Rechtsstaatlichkeit
Die Justitia - ein Symbol der Rechtsstaatlichkeit

Weil sie ihren Freund zunächst betrunken gemacht und später ungerührt in einem Fluss ertrinken lassen haben sollen, müssen sich seit Dienstag zwei junge Männer und eine Frau vor dem Landgericht Weiden verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den jeweils Anfang 20-Jährigen Totschlag durch Unterlassen vor. Ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen.

Der Anklage zufolge hatte das 22 Jahre alte Todesopfer Moritz G. ein bruderähnliches Verhältnis zu einem der Angeklagten. Dieser, ein weiterer Mann und die Frau sollen im September mit ihrem Kumpel in einer Shishabar in der oberpfälzischen Stadt gefeiert haben. Dabei sollen die Angeklagten dem späteren Opfer immer wieder ein Gemisch aus Wodka und Orangensaft gegeben haben, obwohl in der Clique bekannt war, dass der Mann Diabetiker war und wenig Alkohol vertrug. Das Opfer soll zum Todeszeitpunkt rund 2,4 Promille Alkohol im Blut gehabt haben.

Als die Clique zum Auto eines nüchtern gebliebenen Freunds gehen wollte, stützte sie den volltrunkenen Freund zwar. Dabei soll sie ihn laut Staatsanwaltschaft aber aus den Augen gelassen haben, woraufhin er aus ungeklärten Umständen eine Böschung zu einem Kanal hinunter gestürzt sein soll.

Die Freunde sollen zwar noch zu dem hilflosen Freund gegangen sein, die junge Frau filmte mit dem Handy noch den unmittelbar neben dem Wasser liegenden Mann. Als dieser in den Kanal fiel, sollen die drei nichts unternommen haben, die junge Frau habe sogar noch weiter gefilmt.

Laut Anklage soll die Clique spätestens zu diesem Zeitpunkt die lebensbedrohliche Notlage erkannt haben. Doch ohne sich weiter um den Ertrinkenden zu kümmern, sei das Trio gemeinsam aufgebrochen und mit dem Auto davon gefahren.

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