Polizei: Zeuge im Mordfall Caruana Galizia in Malta unternimmt Suizidversuch

Symbolbild: Einsatzwagen der Polizei
Symbolbild: Einsatzwagen der Polizei

Nach einem mutmaßlichen Suizidversuch schwebt ein wichtiger Zeuge des Mordes an der maltesischen Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia in Lebensgefahr. Der Taxifahrer Melvin Theuma sei am Dienstagabend in einer Blutlache liegend an seinem Wohnort in Swieqi in Malta aufgefunden worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Anzeichen deuteten darauf hin, dass Theuma sich die Verletzungen selbst zugefügt habe. 

Theuma behauptet von sich selbst, Mittelsmann in dem Mord an Caruana Galizia gewesen zu sein, die im Oktober 2017 in Malta durch einen Bombenanschlag auf ihr Auto getötet wurde. Er stand wegen des laufenden Verfahrens unter Polizeischutz und wurde im vergangenen Jahr vom maltesischen Präsidenten begnadigt. Die Journalistin hatte regelmäßig über Korruption, Geldwäsche und andere illegale Geschäfte in Malta berichtet. Darin verwickelt waren nach ihren Recherchen auch Mitglieder der Regierung. 

Theumas Aussage hatte zur Verhaftung des mächtigen Geschäftsmannes Yorgen Fenech geführt, der wegen des Vorwurfs der Beihilfe zum Mord vor Gericht steht. Theuma hatte erklärt, er sei von Fenech bezahlt worden, um andere mit der Platzierung der Bombe zu beauftragen. 

Theumas Anwalt hatte nun die Polizei informiert, nachdem er seinen Mandanten nicht erreichen konnte. Laut Polizei gibt es keine Anzeichen für ein gewaltsames Eindringen in Theumas Haus. 

Der Mord an der Journalistin in einem EU-Land hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Zuletzt gab es in dem Skandal immer neue Enthüllungen. Drei Männer stehen wegen des Mordes vor Gericht. Fenech ist als Komplize angeklagt. Im Polizeiverhör beschuldigte er Ermittlungskreisen zufolge den langjährigen Kabinettschef der Regierungsspitze, Keith Schembri, den Mord in Auftrag gegeben zu haben.

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AFP/Redaktion
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