Clubszene in Los Angeles feiert in der Corona-Pandemie in Privatvillen weiter

Symbolbild: Privatparty
Symbolbild: Privatparty

Auch in Los Angeles sind die Clubs wegen der Corona-Pandemie seit Wochen geschlossen. Die Szene aber lässt sich das Feiern nicht verbieten. Sie ist einfach umgezogen – in private Luxusvillen in den Hügeln von Hollywood. Es sind exzentrische, laute und vor allem gefährliche Feste. Nicht nur die Nachbarn, sondern auch Behörden sind alarmiert.

„Diese Partys haben Folgen für die Allgemeinheit, weil sich dabei das Virus schnell und leicht verbreiten kann“, warnt Bürgermeister Eric Garcetti. Ab kommendem Wochenende soll Schluss damit sein: Die Versorgungsunternehmen dürfen den Partyvillen Strom und Wasser abstellen.

Stadtrat David Ryu arbeitet an einem Gesetzentwurf, um die illegalen Feten zu  unterbinden. „Wenn ich von Partyhäusern spreche, meine ich nicht den Grillabend unter Nachbarn oder Familientreffen“, sagt Ryu. „Ich rede von Partys, die eine Million Dollar kosten – mit Löwen in Käfigen und Giraffenbabys auf dem roten Teppich. Das sind opulente Spektakel.“

Die Ausbreitung des Coronavirus ist nicht die einzige Gefahr der exzentrischen Veranstaltungen. Montag vor einer Woche versuchte die Polizei eine Party an der berühmten Panoramastraße Mulholland Drive aufzulösen. Im darauffolgenden Chaos lösten sich Schüsse, ein Mensch kam ums Leben.

Rauschende Feste in Privatvillen gibt es in Los Angeles nicht erst seit dem Lockdown. Schon seit längerem zieht das Partyvolk nach der Sperrstunde für die Clubs um zwei Uhr morgens in die Hügel von Hollywood. Vor der Pandemie habe es zehn bis 15 Partys am Wochenende gegeben, sagt der Präsident des Nachbarschaftsrats von Hollywood, George Skarpelos. „Jetzt sind es etwa 50.“

Die Lärmbelästigung sei dabei seine „geringste Sorge“, sagt Skarpelos. „Ich habe den Eindruck, dass die Leute alle Vorsicht über Bord werfen.“ Schon in den vergangenen drei Jahren habe es große Brände durch die Partys gegeben. Oft parken die Gäste die kurvigen Straßen derart zu, dass die Rettungskräfte nicht mehr durchkommen.

Veranstalter der illegalen Partys sind meist nicht die Besitzer der Villen, sondern Clubbetreiber, die diese Villen über das Portal Airbnb für 10.000 Dollar (8.500 Euro) pro Nacht mieten. Über geheime Mailinglisten würden Eintrittskarten verkauft, sagt Steve Lurie von der Polizei in Hollywood. „Es ist wie bei den Nachtclubs. Nur dass der Club jetzt einen atemberaubenden Blick auf Los Angeles und einen herrlichen Swimmingpool hat.“

Die Veranstalter riskieren bis zu 8000 Dollar Strafe – doch die fließen bereits in die Kalkulation mit ein.

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