PCR-Methode, Antigene und Antikörpertests – Schnelltests weniger zuverlässig als Laboruntersuchung

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Auswertung von Tests
Auswertung von Tests

PCR-Methode, Antigene und Antikörpertests: Um eine akute Infektion mit dem Coronavirus nachzuweisen oder herauszufinden, ob jemand bereits mit Sars-CoV-2 infiziert war, gibt es verschiedene Testmöglichkeiten. Die Tests unterscheiden sich nicht nur im Aufwand, sondern auch in ihrer Genauigkeit. Ein Überblick:

WIE WIRD EINE AKUTE INFEKTION NACHGEWIESEN?

Beim Test auf eine Coronavirus-Infektion wird das sogenannte PCR-Verfahren angewandt, das steht für Polymerase-Kettenreaktion. Diese in Deutschland entwickelte Methode zum Virusnachweis gilt nach wie vor als der „Goldstandard“. Anhand eines Abstrichs aus den Atemwegen des Patienten wird Erbmaterial des Virus im Labor mittels hochsensibler molekularer Verfahren nachgewiesen. Vereinzelt werden auch Proben aus Gurgelwasser verwendet. Das Verfahren ist sehr empfindlich und damit genau, aber aufwändig. 

WIE LANGE DAUERT ES BIS ZU EINEM ERGEBNIS?

Die reine Testzeit liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei vier bis fünf Stunden. Von der Probenentnahme bis zur Übermittlung des Ergebnisses vergehen in der Regel ein bis zwei Tage. 

WIE SICHER IST DER TEST?

Die PCR-Methode gilt als Standardverfahren. Ein negatives Ergebnis schließt freilich die Möglichkeit, dass ein Patient trotzdem mit dem Coronavirus infiziert ist, nicht völlig aus. Solche falsch-negativen Ergebnisse können zum Beispiel durch schlechte Probenqualität oder einen ungünstigem Testzeitpunkt entstehen. Bei einem begründeten Verdacht soll in diesem Fall erneut getestet werden. Falsch-positive Befunde kommen laut RKI so gut wie nicht vor – das bedeutet, dass eine Person ein positives Testergebnis bekommt, obwohl keine Infektion vorliegt.

WELCHEN VORTEIL HABEN CORONA-SCHNELLTESTS?

Der große Vorteil ist vor allem der Zeitgewinn. Die Schnelltests, die wie ein Schwangerschaftstest aussehen, liefern in der Regel bereits nach einigen Minuten ein Ergebnis. Bei Antigen-Tests wird ein Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum nicht wie bei PCR auf Erbgut, sondern auf virustypische Proteine untersucht. Der Schweizer Pharmakonzern Roche beispielsweise bietet einen Antigen-Schnelltest an, der binnen 15 bis 30 Minuten einen Nachweis erbringen soll. Allerdings stufen das RKI und andere Experten solche Tests als weniger zuverlässig ein.

Die Firma Bosch wiederum hat einen neuen Schnelltest zum Nachweis einer Coronavirus-Infektion entwickelt, der auf der PCR-Methode beruht und binnen 39 Minuten ein Testergebnis liefern soll. Dieser Schnelltest wird vom Bundesforschungsministerium gefördert.

WELCHE ROLLE SPIELEN SCHNELLTESTS IN DEUTSCHLAND?

Nicht nur US-Präsident Donald Trump hat die Verteilung von 150 Millionen Coronavirus-Schnelltestsätzen angekündigt. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht in seiner neuen Corona-Strategie im Winter massenhafte Corona-Schnelltests vor. In Frage kommen sie beispielsweise für Besucher und Mitarbeiter in Pflegeheimen und Kliniken oder Reiserückkehrer. Auch der Virologe Christian Drosten befürwortet für den Winter solche Schnelltests trotz Abstrichen bei der Zuverlässigkeit.

KANN ICH DIE SCHNELLTESTS ZU HAUSE MACHEN?

Nein, bislang nicht. Sie gehören in die Hände von medizinisch geschultem Personal. Apotheker dürfen an Laien keine Corona-Schnelltests abgeben, egal ob der Test das Virus direkt nachweist oder Antikörper gegen eine Covid-19-Infektion. Dies ist so in der Medizinprodukteabgabeverordnung und im Infektionschutzgesetz geregelt. Selbsttests zu Hause wären nur durch eine Bekanntmachung des RKI oder eine Änderung der Verordnung möglich.

WAS BRINGEN ANTIKÖPRERTESTS?

Bei diesen Tests, die es auch als Schnellvariante gibt, wird nicht das Virus selbst nachgewiesen. Mit ihnen kann in der Regel eine durchgemachte Infektion erkannt werden, also wenn der Körper bereits Antikörper gebildet hat. Allerdings sind nicht in jedem Fall Antikörper nachweisbar, auch kann ein Patient immer noch infektiös sein. Diese Tests werden aktuell vor allem in Studien eingesetzt, um mehr über die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung herauszufinden.

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AFP/Redaktion
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