Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg oder Nürnberg – Wer wird Kulturhauptstadt Europas 2025?

Prof. Dr. Msarkus Hilgert Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder - Bild: Goetz Schleser
Prof. Dr. Msarkus Hilgert Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder - Bild: Goetz Schleser

Eine europäische Jury gibt am Mittwoch ihre Empfehlung für die deutsche Kulturhauptstadt Europas 2025 bekannt. Im Rennen sind noch Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg. Die Empfehlung des unabhängigen Expertengremiums wird Grundlage für eine finale Entscheidung der Kultusministerkonferenz von Bund und Ländern über den Kandidaten. Sie soll bis Ende des Jahres fallen.

Das Kulturhauptstädteprogramm ist eine EU-Initiative, mit der die Verbundenheit zur gemeinsamen europäischen Kultur gefördert und die Vielfalt Europas verdeutlicht werden soll. Pro Jahr gibt es zwei Kulturhauptstädte aus zwei Mitgliedsstaaten. Welche Länder in welchem Jahr gemeinsam eine Kulturhauptstadt benennen dürfen, wird lange vorab festgelegt. 2025 sind dies Slowenien und Deutschland.

Für das zweistufige nationale Auswahlverfahren ist eine Jury aus Vertretern von EU-Institutionen sowie Mitgliedsstaaten zuständig. Ursprünglich bewarben sich Chemnitz, Dresden und Zittau in Sachsen, Gera in Thüringen, Hannover und Hildesheim in Niedersachsen, Nürnberg in Bayern sowie Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Von den acht Städten schafften es Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg in die entscheidende zweite Runde. Diese Entscheidung fiel bereits im Dezember vorigen Jahres.

Organisiert wird das Auswahlverfahren von der Kulturstiftung der Bundesländer im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK). In der zweiten Wettbewerbsrunde bewertete die Jury die verbliebenen fünf Städte laut Stiftung anhand eines hundertseitigen Bewerbungsbuchs. Zudem gab es Stadtbesuche und Präsentationen der Konzepte. Diese fanden wegen der Corona-Pandemie allerdings rein digital statt. Auch die Bekanntgabe am Mittwoch ist eine virtuelle Veranstaltung.

Das Kulturhauptstadtprogramm wurde Mitte der 80er Jahre ins Leben gerufen. Bislang gab es bereits mehr als 50 europäische Kommunen, die diesen Titel trugen. In diesem Jahr sind dies die kroatische Stadt Rijeka sowie die irische Stadt Galway. Zuletzt öffnete die EU das Verfahren zusätzlich außerdem für Bewerber aus Partnerstaaten und künftigen potenziellen Beitrittsländern der EU.

Städte aus diesen Staatengruppen können sich in bestimmten Jahren ebenfalls bewerben. Im kommenden Jahr tragen daher erstmals drei Städte den Titel – neben der rumänischen Stadt Timisoara und der griechischen Stadt Elefsina außerdem die serbische Stadt Novi Sad.

Laut EU soll das Kulturhauptstädteprogramm den „Reichtum und die Vielfalt der Kulturen in Europa hervorheben“ und den Bürgern ein Gefühl ihrer Gemeinsamkeiten vermitteln. Darüber hinaus soll es aber auch die Entwicklung der beteiligten Städte unterstützen. Es soll einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten, den Tourismus beleben und das Ansehen in den Augen der eigenen Bürger verbessern.

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