Krankenschwester in São Paulo erhält als erste Brasilianerin Impfung

Impfdosen - Bild: Nimfadora_Photo via Twenty20
Impfdosen - Bild: Nimfadora_Photo via Twenty20

Brasilien hat zwei Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus zugelassen und damit den Weg für eine landesweite Impfkampagne geebnet. Als erste Brasilianerin erhielt am Sonntag eine Krankenschwester in São Paulo eine erste Impfdosis. Brasilien ist nach den USA das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt.

Brasiliens Aufsichtsbehörde Anvisa gab am Sonntag grünes Licht für das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca und erlaubte den Einsatz des chinesischen Impfstoffs CoronaVac. Beide Mittel erhielten eine Notfallzulassung.

Kurz darauf wurde in São Paulo der Krankenschwester Monica Calazans als erster Bürgerin des Landes der CoronaVac-Impfstoff verabreicht. Die 54-Jährige erhielt die Injektion im Beisein des Gouverneurs des Bundesstaates São Paulo, João Doria. 

Derzeit ist in Brasilien nur das vom chinesischen Hersteller Sinovac in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Institut Butantan entwickelte Mittel CoronaVac verfügbar. 

Brasiliens Gesundheitsminister Eduardo Pazuello kündigte an, der Impfstoff werde von Montag an alle Bundesstaaten geliefert. Der offizielle Beginn der Impfkampagne sei für Mittwoch geplant. Als erstes sollen unter anderem Menschen über 75 Jahren, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Bewohner von Altenheimen geimpft werden. 

Die Impfung am Sonntag in São Paulo kritisiert Pazuello als „Marketingtrick“. Gouverneur Doria ist ein Rivale des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro. Zwischen beiden Politikern war zuletzt ein Streit über die Verwendung des CoronaVac-Impfstoffs entbrannt. Doria hat sich für seinen Bundesstaat bereits sechs Millionen Dosen des Serums gesichert. 

In Brasilien sind bereits fast 210.000 Menschen nach einer Corona-Infektion gestorben. Weltweit verzeichnen nur die USA eine höhere Opferzahl. Bolsonaro, der wegen seines Krisenmanagements seit Monaten in der Kritik steht, hat die Gefahr durch das Virus stets heruntergespielt und zuletzt auch immer wieder Zweifel an Impfungen geäußert.

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AFP/Redaktion
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