Friseure müssen Polizisten nicht mehr illegal im Keller die Haare schneiden

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KOMMENTAR. Nun hat sich die Bundesregierung dazu entschieden ab März Friseursalons wieder zu öffnen. Nach einem ewigen hin und her ist der Regierung scheinbar plötzlich klar geworden, dass die Hygienekonzepte doch nicht so schlecht waren. Ich meine, die Leute lassen sich die Haare so oder so schneiden. Wie wichtig ist es, ob der Friseur zu mir kommt und mir die Haare zuhause schneidet oder ich in seinen Salon gehe, um mir die Haare frisieren zu lassen?

Letztendlich kriegt er sein Geld und ich habe schön frisierte Haare. So lief es nämlich oftmals während des Lockdowns. Viele Friseure sind in so eine große Notlage geraten, dass sie Hausbesuche anbieten mussten, um sich über Wasser zu halten – auch wenn es illegal war. Wie sonst können so viele schön frisierten Menschen in Deutschland unterwegs sein. Zu den Hausbesuchskunden gehören sogar Polizisten! Wie soll der Staat Corona-Regeln durchsetzen, die nicht einmal von Gesetzeshütern befolgt werden?

Der Öffnungsschritt für Friseure gleicht einem Leckerli, dass der Gesellschaft nun zugeworfen wird, wie einem Haustier. Was ist mit Einzelhändlern, Museen, Gastronomie?

Hygienekonzepte sind gut ausgearbeitet und liefen auch schon vor dem zweiten Lockdown gut. Auch wenn die Angst einer Ausbreitung des Coronavirus beziehungsweise der mutierten Form berechtigt ist, so ist doch das Risiko in einem Friseursalons zu erkranken viel höher als in einem Einkaufsladen, wo ich 20 Quadratmeter für mich habe.

Friseure dürfen sich ab März auf einen Ansturm von Kunden freuen. Stellt sich die Frage, ob es Friseuren überhaupt zumutbar ist, mit einer solchen Vielzahl an Menschen umgehen zu können und für ausreichend Schutz zu sorgen. Uns als Bevölkerung bleibt am Ende nichts anderes übrig als auf bessere Zeiten und niedrige Zahlen zu hoffen.

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Raffi Gasser
Über Raffi Gasser 902 Artikel
Chefredakteur des Nürnberger Blatt und Programmdirektor von FLASH TV

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