Ermittler in Rheinland-Pfalz sprengen Betrügerring für Kryptowährungen

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Ermittler in Rheinland-Pfalz haben einen international agierenden Betrügerring für Kryptowährungen im Internet gesprengt. Das Verfahren richte sich insgesamt gegen zehn Beschuldigte verschiedener Nationalitäten im Alter zwischen 32 und 65 Jahren, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Mittwoch mit. Sechs von ihnen wurden bei Razzien festgenommen. Die Gruppe soll Anlageplattformen betrieben haben, auf denen hohe Gewinne mit der Investition unter anderem in Kryptowährungen versprochen wurden.

Konkret sollen sie in betrügerischer Absicht hochprofessionell gestaltete Handelsplattformen online gestellt haben. Interessierten Anlegern seien dabei ein geringes Risiko und hohe Renditen versprochen worden. Mit einer speziellen Software soll die Bande glaubhaft einen aktiven Handel mit daraus resultierenden Kursgewinnen vorgetäuscht haben.

In Wahrheit verbrauchten die Beschuldigten nach Ansicht der Ermittler das Geld ausschließlich für eigene Zwecke. Nur selten seien vermeintliche Gewinne ausgezahlt worden. Damit habe die Gruppe bezwecken wollen, das Vertrauen der Anleger in das Geschäftsmodell zu stärken und zu weiteren Investitionen zu animieren. Regelmäßig hätten diese jedoch Totalverluste erlitten. Allein in einem Fall soll ein Anleger 1,6 Millionen Euro verloren haben.

Die Kunden seien von Callcentern insbesondere in Bulgarien betreut und zu weiteren Zahlungen veranlasst worden. Über die Jahre seien viele gutgläubige Anleger aus Deutschland Opfer der mutmaßlichen Betrüger geworden. Den Umsatz bezifferte die Generalstaatsanwaltschaft auf bis zu 150 Millionen Euro weltweit. Deutschen Anlegern soll ein Schaden von etwa 30 Millionen Euro entstanden sein. Seit Mai 2019 wurde gegen die Gruppe ermittelt.

An den Ermittlungen waren Behörden aus Bulgarien, Israel, Lettland, Schweden, Nordmazedonien und Polen beteiligt. Am Dienstag fand mit Unterstützung rheinland-pfälzischer Beamter eine gemeinsame Razzia in mehreren Ländern statt: In Bulgarien wurden zwei Callcenter durchsucht, eines davon war inzwischen aufgelöst. Auch in Israel, Lettland, Schweden, Nordmazedonien, Spanien und Polen gab es zeitgleiche Razzien bei mutmaßlichen Bandenmitgliedern.

Die Ermittler beschlagnahmten unter anderem Bargeld, Goldschmuck, Server, Computer sowie Immobilien im Wert von etwa vier Millionen Euro. In Bulgarien wurden fünf Verdächtige festgenommen, in Israel einer. Ein mutmaßliches Bandenmitglied war auf der Flucht.

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