Handel beklagt Existenzsorgen vieler Modehändler und appelliert an Vermieter

Symbolbild: Mode
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Wegen der wirtschaftlich anhaltend schwierigen Situation zahlreicher Einzelhändler in der Corona-Krise fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) ein stärkeres Entgegenkommen der Vermieter innerstädtischer Ladenlokale. „Die Lage ist vor allem bei vielen Bekleidungshändlern in den Stadtzentren weiterhin kritisch“, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag. Sie könnten ihre Mieten nicht vollständig zahlen. Besonders „große institutionelle Vermieter“ kämen den Händlern nicht ausreichend entgegen.

Genth forderte daher auch eine Anpassung des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB): Es müsse klargestellt werden, dass während der Pandemie angeordnete staatliche Maßnahmen Grund für eine Änderung des Mietvertrags seien. Laut HDE wurde bislang der Mietzins für ein Drittel der befragten Bekleidungshändler „wegen Corona angepasst“, knapp jeder vierte Modehändler konnte Mietstundungen ausverhandeln. Laut Verband reicht das aber nicht aus, „um den vielerorts weiter voranschreitenden Niedergang der Innenstädte aufzuhalten“.

Der HDE erwartet für die „vom zwischenzeitlichen Lockdown betroffenen“ stationären Händler in Deutschland einen Umsatzrückgang um insgesamt elf Prozent in diesem Jahr. Da demnach aber der Onlinehandel voraussichtlich 15 Prozent mehr erwirtschaftet als im vergangenen Jahr, steht am Ende für den gesamten Einzelhandel dennoch unter dem Strich ein erwartetes Umsatzplus von 1,5 Prozent. 

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