Kanzleramtsminister Braun dämpft Hoffnung auf schnelle Lockerungen nach Lockdown

Helge Braun - Bild: Bundesregierung/Kugler
Helge Braun - Bild: Bundesregierung/Kugler

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat nach der Entscheidung über einem harten bundesweiten Lockdown vor der Erwartung schneller Lockerungen ab Januar gewarnt. Er habe zwar die „große Hoffnung“, dass die Infektionszahlen durch die neuen Maßnahmen sinken, sagte Braun am Montag den Sendern n-tv und RTL. „Eine umfassende Lockerung halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich“, fügte er aber an. Januar und Februar seien für Atemwegserkrankungen „schwierige Monate“.

Braun forderte, mögliche Treffen mit Familie und Freunden an Weihnachten gut vorzubereiten. In der Vorweihnachtswoche sollten die Menschen zu Hause bleiben und keine Kontakte mehr haben. „Dann kann das verantwortbar sein, dass man sich über Weihnachten auch mit älteren oder vorerkrankten Menschen trifft. Wenn man das unvorbereitet tut, bei den hohen Infektionszahlen, ist das aber gefährlich.“

Der Chef des Bundeskanzleramts warnte zugleich davor, die erlaubten Kontaktmöglichkeiten über Weihnachten auf fragwürdige Weise auszunutzen. „Wenn man sich acht Termine hintereinander auf einen Weihnachtstag legt, wäre das natürlich nicht der Sinn der Sache“, sagte er.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) rief die Bürger ebenfalls eindringlich zur Beschränkung ihrer sozialen Kontakte im privaten Bereich auf. Seiner Überzeugung nach kämen „sehr viele Infektionen“ aus dem unmittelbaren privaten Bereich, sagte er im ZDF-„Morgenmagazin“. Es sei dringend erforderlich, nun über „eine längere Zeit“ Kontakte im privaten Bereich reduzieren.

Der Lockdown werde so lange dauern, bis die Sieben-Tages-Inzidenz wieder auf einen Wert von 50 gefallen sei, ergänzte Hans. „Es hat also jeder selbst in der Hand.“ Je konsequenter sich die Menschen nun verhielten, „um so kürzer wird der Lockdown dauern“.

Auch der saarländische Regierungschef dämpfte dabei Hoffnungen auf schnelle umfassende Lockerungen danach. „Weitgehendes normales Verhalten“ wie im Sommer nach dem ersten Lockdown werde „schwierig“ bleiben, bis die Inzidenzen wieder niedrig seien und ein Impfstoff verfügbar sei.

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