Luchsin in Niederbayern womöglich getötet

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Nach dem Tod einer Luchsin im niederbayerischen Bischofsmais hat die Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts einer Straftat eingeleitet. Am Kadaver des in einem Waldstück gefundenen weiblichen Luchs seien Verletzungen festgestellt worden, die nicht mit einem Verkehrsunfall zusammenpassten, teilte das Polizeipräsidium Niederbayern am Dienstag mit. Der Zeitpunkt der Verletzungen des Tiers dürfte nach einer tierärztlichen Untersuchung allerdings bereits mehrere Wochen zurückliegen.

Die tote Luchsin solle nun zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht werden, erklärte die Polizei. Erst nach dortigen Untersuchungen seien sichere Aussagen über die Ursachen der Verletzungen möglich.

In Bayern gibt es seit den 70er Jahren wieder Luchse, deren Revier umfasst neben Niederbayern auch das tschechische Böhmen und Oberösterreich. Im Bayerischen und im Oberpfälzer Wald sollen nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF rund 70 Tiere leben.

Immer wieder kam es in der Gegend aber zu illegalen Tötungen. Zwischen 2010 und 2016 wurden nach Angaben des WWF mindestens fünf Luchse getötet, weitere 14 galten als verschollen.

Die juristische Verfolgung solcher Taten ist bisher schwierig. Im vergangenen Jahr wurde ein Jäger freigesprochen, dem die Tötung eines Tiers im Jahr 2014 nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte.

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