Nawalny-Botschaft aus Gefängnis: „Alles ist in Ordnung“

Alexej Nawalny - Bild: Evgeny Feldman / CC BY-SA
Alexej Nawalny - Bild: Evgeny Feldman / CC BY-SA

Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny hat sich erstmals seit seiner Verlegung in ein Haftzentrum nordöstlich von Moskau öffentlich zu Wort gemeldet. „Alles ist in Ordnung mit mir“, hieß es am Mittwoch in einer Botschaft auf Nawalnys Instagram-Konto, die nach einem Haftbesuch seiner Anwälte gepostet wurde. Es gebe sogar eine Stange für Klimmzüge im Gefängnishof. 

Nawalny befindet sich nach eigenen Angaben derzeit in einem Gefängnis in Koltschugino in der Region Wladimir. Seine Anwältin Olga Michailowa sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass Nawalny guter Dinge sei. Er sei zusammen mit zwei weiteren Gefangenen in einer kargen Zelle mit Fernseher untergebracht. Er befinde sich in Quarantäne. 

Nawalny dürfe keine Briefe empfangen und auch nichts im Gefängnisladen kaufen, sagte Michailowa. Es sei noch unklar, wo er seine Haftstrafe verbüßen werde. Nach Behördenangaben soll Nawalny in ein Straflager in der etwa 60 Kilometer südlich von Koltschugino gelegenen Kleinstadt Pokrow verlegt werden.

In seiner launigen Instagram-Botschaft erklärt Nawalny, dass er nicht mitbekomme, was in der Welt geschehe und dass er sich noch keinen Lesestoff aus der Gefängnisbücherei besorgt habe. Kulinarische Experimente seien das einzige Vergnügen. Mit seinen Zellengenossen bereite er Croûtons zu. 

Nawalny war im August in Russland Opfer eines Giftanschlags geworden. Der Gegner von Präsident Wladimir Putin wurde nach Deutschland geflogen und in der Berliner Charité behandelt. Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Russland im Januar wurde er festgenommen.

Der 44-jährige Oppositionspolitiker wurde dann wegen angeblicher Verstöße gegen seine Bewährungsauflagen zu mehr als zweieinhalb Jahren Haft in einem Straflager verurteilt. Die Entscheidung wurde international scharf verurteilt und löste Massenproteste in Russland aus. Seine Berufung gegen das Urteil wurde vor anderthalb Wochen zurückgewiesen.

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AFP/Redaktion
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