Kramp-Karrenbauer: Zusätzliche Schutzmaßnahmen für deutsche Soldaten in Afghanistan

Bundeswehr
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Nach der Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan soll der Schutz für die deutschen Soldaten vor Ort verbessert werden. Als Reaktion auf Drohungen der radikalislamischen Taliban habe sie in Absprache mit den militärischen Spitzen angeordnet, die Schutzmaßnahmen zu verstärken, sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstagsausgaben).

Sie gehe von einer „größeren Bedrohung“ der Bundeswehrsoldaten durch Angriffe der Taliban aus, sagte die Ministerin. „Denn die Taliban haben ja erklärt: Wenn westliche Truppen über den 30. April hinaus im Land bleiben, dann fühlen sie sich nicht mehr an das Abkommen von Doha gebunden.“ Dies bedeute, dass die Islamistengruppe wieder Gewalt gegen die internationalen Truppen plane. 

„Wir nehmen diese Aussage sehr ernst und sind deshalb in einem ständigen Kontakt mit den Soldaten in Afghanistan“, sagte Kramp-Karrenbauer. „Verstärkungskräfte, zusätzliche Bewaffnung, Ausrüstung und Munition werden schnell dorthin gebracht“, kündigte die Ministerin an. „Der Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten hat höchste Priorität.“ 

Der Bundestag hatte in der vergangenen Woche für eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan gestimmt. Das Mandat läuft nun bis zum 1. Januar 2022. Die Bundeswehr beteiligt sich mit etwa 1100 Soldatinnen und Soldaten am Nato-geführten Einsatz in Afghanistan. 

Wie es mit dem Nato-Einsatz weitergeht, ist unklar. Die Regierung von Ex-Präsident Donald Trump hatte den Taliban einen Abzug aller internationaler Truppen zum 30. April dieses Jahres in Aussicht gestellt. Die neue US-Regierung unter Joe Biden hat hierzu noch keine Position festgelegt.

Kramp-Karrenbauer sagte den RND-Zeitungen, ihr Ziel bleibe der geordnete Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan, „gemeinsam mit unseren Partnern“. Nötig sei eine politische Lösung zwischen den Konfliktparteien in Afghanistan. Die Bundeswehr werde „nicht zwangsläufig bis Januar 2022“ in dem Land bleiben. 

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