Amazon-Gründer Bezos gibt Unternehmensleitung am 5. Juli an Andy Jassy ab

Andy Jassy - Bild: Steve Jurvetson, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Andy Jassy - Bild: Steve Jurvetson, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Nach fast drei Jahrzehnten an der Spitze von Amazon gibt Konzerngründer Jeff Bezos am 5. Juli die Leitung des Unternehmens an seinen Nachfolger Andy Jassy ab. Bezos kündigte das Datum für den bereits bekannten Führungswechsel am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Internetkonzerns an. Es fällt auf den 27. Jahrestag der Unternehmensgründung und habe für ihn daher auch einen „sentimentalen“ Wert, sagte Bezos.

Jassy führt derzeit die Cloud-Computing-Sparte des Konzerns und gehört fast ebenso lange zum Unternehmen wie Bezos. Der neue Chef werde ein „außerordentlicher Leiter“ sein und genieße sein „vollstes Vertrauen“, sagte der scheidende Amazon-Vorstandsvorsitzende. Bezos bleibt indes Vorsitzender des einflussreichen Verwaltungsrats und dürfte daher die Geschicke des Konzerns auch künftig entscheidend mitbestimmen.

Bezos hatte den Wechsel an der Spitze des derzeit boomenden Internetkonzerns Anfang Februar bekanntgegeben. Unklar war damals noch, wann genau er das Zepter übergibt. Neben seinen Aufgaben für Amazon will sich Bezos künftig auch anderen Projekten stärker widmen, etwa seinem Raumfahrtunternehmen Blue Origin.

Bezos hatte Amazon 1994 in Seattle als kleinen Onlineversand für Bücher gegründet. Seither entwickelte sich Amazon zu einem der größten Internetkonzerne der Welt, der nicht nur im Internethandel aktiv ist, sondern auch beim Streaming von Musik und Filmen, im Bereich Cloud-Computing, wo das Unternehmen mit Google und Microsoft konkurriert, und bei Künstlicher Intelligenz. Erst am Mittwoch hatte das Unternehmen angekündigt, für umgerechnet rund 6,9 Milliarden Euro das legendäre Hollywood-Studio Metro Goldwyn Mayer (MGM) zu kaufen.

Weltweit beschäftigt Amazon mehr als eine Million Menschen, davon mit rund 800.000 die meisten in den USA. Aktuell hat der Konzern einen Marktwert von etwa 1,69 Billionen Dollar (knapp 1,4 Billionen Euro) – zehnmal so viel wie vor zehn Jahren. Bezos selbst wurde zum reichsten Menschen der Welt.

Zuletzt hatte das Unternehmen stark von der Corona-Krise profitiert, als sich Arbeit, Bildung und Freizeit noch stärker ins Internet verlagerten. Seinen Quartalsgewinn konnte das Unternehmen inmitten der Pandemie mehr als verdreifachen – Amazon verdiente zum Jahresbeginn 8,1 Milliarden Dollar. Die Expansion des Konzerns sehen Wettbewerbshüter und Konkurrenten indes auch zunehmend mit Argwohn.

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