Ex-Wirecard-Chef Braun will von Betrügereien erst aus den Akten erfahren haben

Markus Braun - Bild: Wirecard
Markus Braun - Bild: Wirecard

Der frühere Wirecard-Chef Markus Braun will von dem milliardenschweren Betrug bei dem mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister erst aus den Akten der Ermittler erfahren haben. Über seinen Kommunikationsberater ließ der inhaftierte Braun in der „Zeit“ erklären, er lege „entschieden Wert auf die Feststellung, dass er von diesen Schattenstrukturen und Veruntreuungen nichts wusste“. In der Wochenzeitung schob er laut Vorabmeldung vom Mittwoch die Verantwortung auf seinen früheren Geschäftspartner Jan Marsalek.

Wirecard hatte Ende Juni Insolvenz angemeldet. Der Zahlungsdienstleister soll jahrelang seine Bilanzen gefälscht haben. Insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die auf Treuhandkonten in Asien liegen sollten, sind nicht auffindbar. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Braun, einer der Hauptverantwortlichen für „gewerbsmäßigen Bandenbetrug“ zu sein, bei dem die Wirecard-Chefetage über Jahre Scheingeschäfte in Milliardenhöhe verbucht haben soll, um das Unternehmen über Wasser zu halten und Kredite zu erschwindeln.

Das frühere Geschäftsführungsmitglied Marsalek ist indes auf der Flucht und wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Die Staatsanwaltschaft legt ihm eine Reihe von Delikten zur Last, unter anderem gewerbsmäßigen Bandenbetrug und Untreue. Das Bundeskriminalamt vermutet ihn im Ausland.

„Wenn einer zur Aufklärung etwas beitragen könnte, dann Jan Marsalek“, erklärte Brauns Sprecher dazu in der „Zeit“. „Zum Verbleib des Geldes kann er sicher viel sagen“. Deshalb habe niemand ein größeres Interesse daran, dass sich Marsalek stellt oder gefasst wird, als Markus Braun selbst, hieß es weiter.

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