Laumann: Corona-Quarantäne für vollständig geimpfte Heimbewohner nicht rechtens

Karl-Josef Laumann - Bild: Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons
Karl-Josef Laumann - Bild: Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Die nordrhein-westfälische Landesregierung geht Vorwürfen nach, wonach Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen trotz vollen Corona-Impfschutzes weiter in Einzelzimmer-Quarantäne gezwungen werden. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte der in Essen erscheinenden „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Samstagsausgabe), er nehme entsprechende Hinweise sehr ernst.

Heimbewohner, die keine Corona-Infektion haben und bereits über einen vollständigen Impfschutz verfügen, sollen trotzdem in Einzelzimmer-Quarantäne gesteckt worden sein, weil sie möglicherweise Kontakt zu einer infizierten Person hatten. Dies widerspreche jedoch eindeutig der Rechtslage, sagte Laumann der „WAZ“.

„Wir reden hier ganz oft von Menschen, denen nicht mehr viel Lebenszeit bleibt. Diese dann auch noch in die Isolation zu schicken, obwohl das aus Infektionsschutzgründen überhaupt nicht nötig ist, ist ein absolutes Unding“, kritisierte der NRW-Gesundheitsminister. Besuchsverbote in Alten- und Pflegeeinrichtungen dürften in Nordrhein-Westfalen nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung der Landesregierung ausgesprochen werden.

Außerdem will die Landesregierung dem Bericht zufolge mit einer neuen Allgemeinverfügung das bereits bestehende Quarantäne-Verbot für vollständig geimpfte Bewohner nochmals unterstreichen. Hintergrund sind Beschwerden von Angehörigen über rigide Zutrittsregeln in einzelnen Altenheimen, die von den Betreibern mit der Furcht vor neuen Corona-Ansteckungsquellen begründet würden.

Anzeige



Anzeige

Avatar-Foto
Über Redaktion des Nürnberger Blatt 43985 Artikel
Hier schreiben und kuratieren die Redakteure der Redaktion des Nürnberger Blatt

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

Jeder Kommentar ist willkommen. Bitte beachte: Um die missbräuchliche Nutzung der Kommentarfunktion (Hassrede, Hetze, Spam, Links u. Ä.) zu verhindern, musst du deinen Klarnamen (bestehend aus Vor- und Nachname) und deine E-Mail-Adresse (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht) angeben. Sobald dein Kommentar geprüft wurde und dieser nicht gegen die Netiquette verstößt, wird er durch die Redaktion freigeschalten und veröffentlicht.