Studie: Erwartete Erholung der Ozonschicht könnte ausbleiben

Ozonschicht
Ozonschicht

Bei ungebremst fortschreitender globaler Erwärmung könnte die eigentlich erwartete Erholung der Ozonschicht über der Arktis ausbleiben. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven könnte der Verlust des vor schädlicher UV-Strahlung schützenden Gases bis zum Ende des Jahrhunderts sogar noch zunehmen. Demnach hängen die Ozonverluste in der arktischen Stratosphäre massiv von der Menge der bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestoßenen Treibhausgase ab.

Die Studie beruht auf Daten der Mosaic-Polarexpedition. Diese habe im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von Ozon in der arktischen Stratosphäre registriert, erklärte das Institut.

Eine umfassende Analyse habe nun ergeben, dass auch dieser Rekordverlust das Resultat von Klimaveränderungen war. Damit stellen die Forschenden die bislang verbreitete Erwartung in Frage, dass der Ozonverlust wegen des Verbots der Produktion von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKWs) in wenigen Jahrzehnten zum Erliegen kommt.

„Unsere Arbeiten zeigen leider, dass trotz des weltweiten Verbots der ozonzerstörenden Substanzen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts mit weiter zunehmenden Ozonverlusten über der Arktis zu rechnen ist, wenn der Klimawandel ungebremst weiter voranschreitet“, erklärte Expeditionsleiter Markus Rex.

Der Ozonverlust in der Arktis hätte auch Folgen für das Leben in Europa, Nordamerika und Asien. In Deutschland etwa könne es durch den driftenden arktischen Polarwirbel im Frühjahr einige Tage mit reduzierter Ozonschicht und somit größerer UV-Strahlung geben, erklären die Forschenden. Das könnte nicht nur zu mehr Sonnenbränden, sondern auch zu mehr Hautkrebs führen.

Bei der Mosaic-Expedition hatte der deutsche Forschungseisbrecher „Polarstern“ ein Jahr lang die Arktis und ihre riesigen Eisflächen erforscht. Im Oktober kehrte das Schiff in seinen Heimathafen Bremerhaven zurück.

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