Oppositionsführer Sonko im Senegal auf freien Fuß gesetzt

Die Justitia - ein Symbol der Rechtsstaatlichkeit
Die Justitia - ein Symbol der Rechtsstaatlichkeit

Fünf Tage nach seiner Festnahme ist der senegalesische Oppositionsführer Ousmane Sonko wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der  46-Jährige sei am Montag wegen Vergewaltigungsvorwurfs angeklagt, jedoch freigelassen und unter richterliche Aufsicht gestellt worden. Sonkos Festnahme hatte in dem westafrikanischen Land Ausschreitungen ausgelöst. 

„Er geht nach Hause. Er ist frei“, sagte einer seiner Anwälte, Etienne Ddione. Sonko, Drittplatzierter bei der Präsidentenwahl 2019, war am Mittwoch auf dem Weg zum Gericht festgenommen worden, wo er zu Vergewaltigungsvorwürfen Stellung nehmen sollte. Daraufhin kam es in der Hauptstadt und in anderen Städten des Landes zu Plünderungen und Ausschreitungen, bei denen Berichten zufolge mehrere Menschen starben.

Der besonders bei jungen Menschen beliebte Sonko gilt als Widersacher von Präsident Macky Sall. Der 46-jährige Muslim ist Chef der oppositionellen Pastef-Partei. Im vergangenen Monat hatte eine Angestellte einer Praxis, in der er nach eigenen Angaben wegen Rückenbeschwerden behandelt wurde, Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn erhoben. Sonko weist dies als Versuch Salls zurück, ihn politisch zu diskreditieren.

Der Senegal galt bislang als Vorbild für Stabilität in Westafrika. Es gab drei friedliche Machtwechsel in den Jahren 2000, 2012 und 2019, ein Putsch blieb dem Land erspart. Außerdem blieb das mehrheitlich muslimische Land von islamistischen Anschlägen weitgehend verschont.

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AFP/Redaktion
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