Französische Black Lives Matter-Aktivistin wegen Verleumdung vor Gericht

Symbolbild: Black Lives Matter - Bild: Fibonacci Blue / CC BY 2.0

Gegen eine französische Aktivistin der Black Lives Matter-Bewegung hat am Donnerstag in Paris ein Gerichtsprozess wegen Verleumdung begonnen. „Wenn das Justizsystem seine Arbeit getan hätte, hätte ich diesen Text nicht schreiben müssen“, sagte die Beschuldigte Assa Traoré vor Gericht. Die 36-Jährige bezog sich damit auf einen Facebook-Eintrag, in dem sie 2019 die Namen von Polizisten nannte, denen sie die Tötung ihres jüngeren Bruders vorwarf. Die Beamten hatten Klage eingereicht.

„Als ich diesen Text schrieb, hatten wir keine Hoffnung, weil die Stimme meiner Familie nicht gehört wurde“, sagte Traoré vor zahlreichen Unterstützern dem Gericht. Ihr Bruder, der damals 24-jährige Schwarze Adama Traoré, starb 2016 in Polizeigewahrsam.

Im vergangenen Sommer hatten zehntausende Menschen zum vierten Jahrestag seines Todes in Frankreich gegen Polizeigewalt und Rassismus demonstriert. Assa Traoré hatte die Proteste mitorganisiert und auf Parallelen zum Fall des im vergangenen Mai in den USA getöteten Afroamerikaners George Floyd verwiesen. Im Falle einer Verurteilung droht Traoré eine Geldstrafe.

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