Jugendforscher fordert Einbindung junger Menschen in Pandemiebekämpfung

Symbolbild: Coronavirus
Symbolbild: Coronavirus

Der Jugendforscher Klaus Hurrelmann hat eine stärkere Einbindung von Jugendlichen in die Entscheidungsprozesse zur Pandemiebekämpfung gefordert. „Wir haben eine politische, konstruktive, engagierte Generation – das ist eine sehr gute Ausgangslage für Beteiligungspolitik“, sagte Hurrelmann den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Freitag. Junge Menschen sollten sowohl in Fragen der Bildung als auch der Freizeitgestaltung einbezogen werden.

Hurrelmann kritisierte, dass die Politik die Jugend in der Corona-Krise vergessen habe. „Wir merken jetzt, dass sich die Jugendlichen zu Wort melden“, sagte er mit Blick auf nächtliche Unruhen und Exzesse in Stuttgart und Frankfurt am Main. Jugendlichen fehlten derzeit Räume zur Entfaltung und Möglichkeiten zur Mitsprache.

„Alle Klubs und Freizeitorganisationen sind praktisch ausgefallen“, sagte Hurrelmann. Daher fehle es jungen Menschen an Möglichkeiten, sich zu erproben oder Grenzen zu überschreiten – worauf sie in ihrer Entwicklung dringend angewiesen seien. „Ich wohne direkt an einem Park und kann sehen, wie sich die jungen Leute diese öffentliche Zone erobern, dabei nicht immer den Abstands- und Hygieneregeln folgen – und auch nicht unbedingt den guten Umgangsformen“, sagte Hurrelmann.

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